14. Oldtimermesse St. Gallen 

                    28. Oktober 2018

Rennboote aus unserer Sammlung

Seit einigen Jahren sammeln wir auch Rennboote. Wir sind sehr wahrscheinlich die einzigen Sammler in der Schweiz die die Geschichte dieser Sportart bewahren.
Fritz Steiger aus St. Gallen bot uns vor einigen Jahren 2 seiner ehemaligen Renn- boote an, die er seit Jahrzehnten eingelagert hatte. Damit war der Grundstein gelegt für ein sehr interessantes Themengebiet das in der Schweiz in Vergessenheit geraten ist. Die Schweiz hatte im Motorbootrennsport viele bekannte Fahrer die auch international sehr erfolgreich waren. Leider sind viele Boote weggeworfen worden oder verschollen (für Infos sind wir natürlich dankbar).
Das erste Boot das wir restaurierten war ein Proprider. In diesen Booten kniet man, mit einer Hand wird gelenkt mit der anderen der Gasgriff betätigt. 

             Fritz Steiger mit seinem ehemaligen Rennboot an der Automobil 2011

Es gab verschiedene Klassen bei den Rennbooten. Der kleine Proprider ist aus den 60er Jahren. Aus der selben Zeit aber in einer grösseren Klasse ist der Molinari den Sepp Iten aus der Schweiz eingesetzt hat. Das Boot hat den Originalmotor aus der Zeit. Der Motor ist direkt mit der Schraube verbunden, also ohne Getriebe. Wenn man den Motor startet fährt das Boot los. Der Unterbau ist aus Holz, die Verkleidung aus Polyester. Diese Boote waren sehr gefählich. Den Aussenborder konnte man während der Fahrt in der Neigung hydraulisch verstellen. Bei einer falschen Einstellung konnte das Boot aufsteigen wie ein Flugzeug und sich rückwärts überschlagen. 

Molinari Formel 1 von Sepp Iten

Früher gab es auch viele Rennboote mit Innenbordmotoren und starrer Welle. Diese sogenannten Hydroplan Boote gab es in diversen Klassen. Die stärksten Boote hatten sogar Flugmotoren eingebaut. Josef Ulrich war ein sehr bekannter Schweizer Fahrer und fuhr Boote bis 8 Liter Hubraum. In unserer Sammlung haben wir einen Hydroplan der mit einem 2 Liter Alfa Romeo Motor ausgerüstet ist. Das Boot erreichte eine Geschwindigkeit von 158 Km/h.  

Hydroplan mit Alfa Romeo 2 Liter Motor

In der neueren Zeit wurden die Boote sicherer. Der Pilot sass in einer Sicherheits- zelle aus Kevlar. Diese Technik entspricht auch dem Standard von heutigen Renn-wagen. Der Formel 1 Molinari ist mit einem 225 PS starken Mercury Aussenborder ausgerüstet und erreicht Geschwindigkeiten von über 200 Km/h. Unser Molinari startete das letzte Mal 2012 beim 24 Stunden Rennen in Rouen in Frankreich.

Molinari F1Mercury 225 PS

Auf www.youtube.com findet man einige Videos (24 heures rouen  2012)

Es gibt auch kleinere Kategorien wie im Autorennsport. Ein Boot haben wir aus der F4 Kategorie. Auch dieses Boot hat ein Sicherheitszelle für den Piloten aus Kevlar. 

         Gardin F4

Noch ein Neuzugang ist ein Ringwood Boot aus England. Eingebaut wurde damals ein getunter Hillman Imp Motor der leider einen kapitalen Motorschaden hat. Eingesetzt wurden diese Boote zum Beispiel in Oulton-Park in England.

Für dieses Boot suchen wir einen Hillman Imp oder Sunbeam Stiletto Motor um es wieder fahrbereit zu machen.

         Ringwood


Ein weiterer Proprider mit einem sehr interessanten König 4-Zylinder Drehschieber-Aussenbordmotor und weitere Projekte haben wir noch vor uns. Wir versuchen die Erinnerung an diese interessante Sportart ebenfalls zu erhalten.
Über zusätzliche Exponate und auch Fotos und Informationen würden wir uns freuen. 

Im Tagblatt gab es einen schönen Bericht  über die Boote

http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/thurgau/arbon/tb-ar/Sein-Traum-waere-ein-Museum;art120104,3907466